THEE SPIVS (UK/POWERPOP/77PUNK)
+ DJ SUPPORT: CARSTEN FRIEDRICHS (SUPERPUNK)
Die Karriere der Thee Spivs befindet sich gerade erst am Anfang, doch die drei jungen Engländer generieren ihren Brit-Punk auf 'Taped Up' derart typisch, dass man meinen könnte, sie wären schon einige lange Jahre im Musik-Zirkus unterwegs.
Hochmelodisch, aber mit der unverbesserlichen Portion Schnoddrigkeit zelebrieren sie selbstbewusst eine herrlich arrogante Mod-Affinität, die sich mit spontaner Lo-Fi-Ästhetik paart. Dazu mischt das Trio eine herzerfrischende Prise Garagensound, ein Quäntchen Powerpop, und fertig ist der mitreißende Party-Brocken 'Taped Up' - sozusagen spontan in knapp 28 Minuten mitgeschnitten.
Doch die kurze Zeit reicht den Thee Spivs locker, um mal quer durch die Hall Of Fame der großen Vorbilder zu schliddern: Die immerguten Ramones kommen in den stoisch dahin polternden Kurztrips 'Too Many People' und 'It's True' zum Zuge, während sich das zackig intonierte 'What's Wrong With You' und das gemütlich treibende 'All Day Long' an den Sonics orientiert.
Freilich dürfen auch Verweise zu The Clash ('Uncles Got An Asbo') und, sowieso, The Jam ('I Don't Want It') nicht fehlen. Diese interpretieren Thee Spivs ohne Makel, sie sind sich ihrer Sache sicher. So sicher, dass sie sogar ihre musikalische Bandbreite nochmals erweitern und mit 'Head Hunt' ein düsteres Instrumental aus dem Hut zaubern. Gut dazu passen das Beach-Boys-artige 'Fence Hop' sowie das vom Surf-Trash gerittene, fein durchgeknallte Finale 'Men Don't Cry', das an die genialen Trashmen erinnert.
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