Kontrapunkt

Für mehr Diversität in Hamburger Clubs

Die Hamburger Clubs bieten ein vielfältiges und weltoffenes Programm, dennoch ist offensichtlich, dass bestimmte Dinge unterrepräsentiert sind: Die Präsenz von weiblichen Musikerinnen ist nach wie vor deutlich geringer als die ihrer männlichen Kollegen und auch die Herkunftsländer der Bands befinden sich hauptsächlich in Mitteleuropa und den USA.
Bestimmte Hörgewohnheiten haben sich bereits etabliert und dadurch, dass auch Musikclubs wirtschaftlich handeln müssen, bleibt nur wenig Platz für Neues und Experimentelles.
Mit unserer geplanten Konzertreihe "Kontrapunkt" möchten wir genau hier ansetzen und gezielt die Bands und MusikerInnen nach Hamburg holen, die einen hohen musikalischen Anspruch haben, bisher aber nicht die verdiente Aufmerksamkeit erfahren haben.
Um hierbei die Hemmschwelle möglichst gering zu halten, sich auf neue oder auch unkonventionelle Musik einzulassen, möchten wir die Eintrittspreise so gering wie möglich halten, so dass gleichzeitig auch vielen unterschiedlichen Menschen die Teilhabe ermöglicht wird.
Für diese Konzertreihe erhalten wir einen finanzielle Unterstützung aus dem Musikstadtfonds der Hamburger Behörde für Kultur und Medien
Fr 03.05.2019
Goldener Salon | Konzert

Lucidvox (All Woman Psych Rock / Folk, Russland)

Lucidvox, a forerunner on the new and blossoming Russian DIY rock scene, are a case in point. The brains, hands and voices behind this four-headed Muscovite beauty-and-beast are Alina (vocals/flute), Nadezhda (drums), Galla (guitar) and Anna (bass) who make psychedelic rock with Russian folk influences. Sonically noisy as youth, pagan as Goat, fatal as Russia (Text MENT Ljubljana 2018).

lucidvoxband.bandcamp.com

Eintritt: 13.00 € | Eintritt VVK: 10.00 €
 | Open: 20:00 | Start: 21:00
Mi 08.05.2019
Goldener Salon | Konzert

Dizzy Brains (Garage R'n'R, Madagaskar)
+ support: Don't Kill the Octopus (Garage Rock, HH)

The Dizzy Brains are a garage rock band, inspired by The Sonics, as there are many around the world, except for Madagascar, one of the poorest and most corrupt countries in the world and the birthplace of the quartet. Founded by two brothers, Eddy on vocals and Mahefa on bass, the group fights injustice, lack of possibilities and freedom restriction in the everyday life of the islanders.

Their influences come from bands from their fathers’ generation (The Kings, The Stooges, The Vines etc.). That’s where they found their love for unbridled rock’n’roll (choosing Little Richard over Presley), garage style and psyched atmosphere. They even covered Jacques Dutronc’s "Les Cactus" in a version full of thorns. And it’s more than music. They are sharing a piece of themselves including their bravery and vulnerability.

They are the face of the opposition in their country, Madagascar’s youth trying to survive while going against the political system. This is their passion for life that shines off during their concerts.

The Dizzy Brains are regular guests in French TV and have toured in Germany, the Netherlands, France, the UK, South Korea etc. In 2019, they will bring their brand new second album "Tany Razana" to Europe, like the first one published by the French label X-Ray Production.

+ support: tba

www.facebook.com/thedizzybrains.pageofficielle/
thedizzybrains.bandcamp.com/

Eintritt: 10,00 € | Eintritt VVK: 8,00 €
 | Open: 20:00 | Start: 21:00
Di 02.07.2019
Goldener Salon | Konzert

Somos Guerreras! - Rebeca Lane & Audry Funk & Nakury

Somos Guerreras – Rebeca Lane & Audry Funk & Nakury - Feministischer Hip-Hop aus Zentralamerika

„Beim Hip-Hop stehen die Frauen in Mittelamerika im Schatten der Männer. Das wollen wir ändern und allgemein auf die prekäre Situation der Frauen hinweisen. Feminismus und der Kampf für Frauenrechte sind für mich die zentralen Themen, weil Frausein in Zentralamerika bedeutet, in einem permanenten Krieg zu leben. Im Feminismo Communitario werden die Kämpfe um Territorien mit der Verteidigung des weiblichen Körpers verbunden. Das ist indigenen Frauen zu verdanken, die seit Langem gemeinsam mit ihren männlichen Compañeros im Kampf um Territorien, Land und Flüsse organisiert sind.“ (Rebeca Lane)

„Zu wissen, dass da noch andere sind, von denen man etwas lernen kann, das hilft“, ergänzt Audry Funk, die wie Rebeca Lane und ihre Kollegin Nakury mit Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen arbeitet. Rap als Sozialarbeit, sozusagen – in den mittelamerikanischen Klassengesellschaften mit großer Armut, unvorstellbarer Gewalt und traditionellem Machismos ist das extrem wichtig und wertvoll.

Nun werden die drei Rapperinnen aus Mittelamerika das erste Mal gemeinsam mit ihrem Tourneeprojekt „Somos Guerreras!“ auch in Europa auf Tour gehen.

Rebeca Lane (Guatemala), Soziologin und „eine der angesagten Rapperinnen der Region“ („taz“), hat sich in Europa bereits einen Namen gemacht, ihre Konzerte in Berlin, Köln, Zürich, Paris, Kopenhagen oder Barcelona sind sehr gut besucht, sie hat etliche Festivalauftritte absolviert und in Workshops und Lectures über die Rolle des HipHop und die Rolle der Frauen in Mittelamerika informiert.

Die 29-jährige Audry Funk (Mexico) rappt seit 15 Jahren; sie stammt aus der mexikanischen Autostadt Puebla, wo sie Philosophie studierte, und lebt heute in der Bronx (NYC).
In der mexikanischen (und zunehmend auch der US-amerikanischen) Rap-Szene ist sie eine große Nummer. „Ähnlich wie Rebeca Lane hat sie eine Stimme, die zu mehr taugt als nur zum Rappen. Ihr geht es vor allem darum, ihre Message in die Welt zu tragen: ‚Wir müssen unsere Rechte als Frauen durchsetzen.‘ Dafür singt sie, darüber diskutiert sie. Soulige R'n'B- Stücke gehören bei beiden zum Repertoire“, attestierte die „Neue Zürcher Zeitung“.

Auch Nakuri (Costa Rica) ist nicht „nur“ Rapperin – sie bezeichnet sich zudem als „MC, Aktivistin, Kulturmanagerin und Dokumentarfilmerin“. Sie begann ihre Karriere in der HipHop-Szene mit Graffiti und Breakdance, bis sie die Welt der Rhymes immer mehr faszinierte. Mittlerweile gehört sie zu den führenden Rapperinnen Mittelamerikas, war in Mittelamerika und in den USA auf Tournee und trat auch bereits bei Festivals in Europa auf und produzierte HipHop-Sets für die BBC.
Nakuri organisiert mit ihrer Produktionsfirma Union Break u.a. eines der größten HipHop- Festivals in Mittelamerika; außerdem führte sie Regie beim Dokumentarfilm „Somos Guerreras“ (2014).

Dies ist wahrscheinlich typisch für die starken Frauen der mittelamerikanischen HipHop- Szene: Die Selbstermächtigung, das Schaffen eigener Strukturen, seien es Clubs, Plattenfirmen, Festivals, feministische Kulturzentren oder Stätten alternativer Bildungsarbeit. Sie sind eben „Kriegerinnen“, und sie wissen, was sie tun...

Alle drei Künstlerinnen, auf Europatour unterstützt von Opening Act Zaki (El Salvador) und von DJ Barzo (Costa Rica), sind großartige Live-Performerinnen, die ihre raffinierten Lyrics mit starker Bühnenpräsenz zum Besten geben. Sie werden klarmachen: Hip-Hop isn’t dead – it’s just been learning Spanish!

präsentiert von
Berthold Seliger Büro für Musik, Texte und Strategien & TAZ

Eintritt: 15.00 € | Eintritt VVK: 12.00 €
 | Open: 20:00 | Start: 21:00
Vergangene Veranstaltungen
21.02.2019: Bibi Ahmed (Groupe Inerane, Psychrock / Touareg Blues, Niger)
29.03.2019: FAZI / 法兹乐队 (Post Punk / Dark Wave aus China) + support: See More Glass ( Post Punk / Dak Power Pop aus HH)